2. Bundesliga Nord: Deutliche Niederlagen für Uphusen und Seebergen, Lilienthal knapp unterlegen

Am letzten Samstag gab es keinen Grund zur Freude bei den drei niedersächsischen Vertretern TB Uphusen Vikings, TV Lilienthal und VfR Seebergen in der 2. Bundesliga Nord. Alle drei Vereine unterlagen bei ihren Heimspielen. Der VfR Seebergen kam über den Titelfavoriten SSF Dragons Bonn nicht über ein 5:8 hinaus und verlor nach starkem Kampf in den ersten beiden Dritteln. Die TB Uphusen Vikings konnten auch nicht gegen den Kieler Floorball Klub ihren ersten Saisonsieg einfahren und stehen noch immer am Tabellenende. In einer hochdramatischen Partie zwischen dem TV Lilienthal und dem TSV Neuwittenbek verloren die Lilienthaler nach 60minütigem Auf und Ab knapp mit 9:10 und sind vorerst auf dem 3. Tabellenrang, können aber noch aus eigener Kraft in die Playoffs kommen. Im Anschluss findet ihr Berichte zu den einzelnen Spielen (werden nach und nach hinzugefügt).


TV Lilienthal - TSV Neuwittenbek 9:10 (4-4; 4-3; 1-3)
Es ist 21:00 Uhr. Keiner der 80 anwesenden Zuschauern in der Lilienthaler Schoofmoorhalle sitzt noch auf seinem Platz. „Lilienthal! Lilienthal!“ hallt es lautstark durch die Halle auf das Spielfeld hinunter, auf dem sich der TV Lilienthal und der TSV Neuwittenbek einen packenden Schlagabtausch liefern. Es sind die letzten fünf Minuten angebrochen und der TVL liegt mit einem Tor zurück. Die Spielstandanzeige zeigt 9:10.

Zwei Stunden vorher: Um 19:00 Uhr wurde die Partie zwischen dem TV Lilienthal und den Nordlichtern aus Neuwittenbek (bei Kiel) in der 2. Bundesliga Nord angepfiffen. Beide Mannschaften sind direkte Tabellennachbarn und Konkurrenten um den zweiten Platz, welcher die Play-Off-Teilnahme bedeuten und einen Aufstieg in die 1. Bundesliga ermöglichen würde. Schon die ersten Aufeinandertreffen in der Saison (DUB-Pokal 8:7 nach Verlängerung für den TVL; Hinspiel 5:7 für den TVL) gingen knapp aus und versprachen eine spannende Partie.

Das erste Drittel fing jedoch erst einmal ruhig an. In den ersten Minuten sortierten sich beide Mannschaften und versuchten die Schwachpunkte des Gegenübers auszumachen. Nach sechs gespielten Minuten fanden dann beide Mannschaften zu ihrem Spiel und konnten gute Chancen herausspielen. Der TSV Neuwittenbek war bei der Chancenverwertung jedoch konsequenter und zog mit zwei Toren innerhalb von einer halben Minute mit 0:2 weg.
Es dauerte aber nicht lang, bis auch die Lilienthaler ihr Chancenplus zu nutzen wussten und in der neunten und zwölften Minute die beiden Treffer zum 2:2-Ausgleich erzielten. Die restliche Spielzeit im ersten Drittel war durch weitere Abwehrfehler auf beiden Seiten geprägt und schlug sich in weiteren Toren nieder. Zunächst erzielte der TSV die 2:3-Führung, ehe der TVL durch das dritte Tor von Marc Lubes zum 3:3 ausglich. Weitere Minuten später traf dann Hendric Menzel nach einem sensationellen Dribbling durch die gesamte Neuwittenbeker Mannschaft zum ersten Lilienthaler Führungstreffer zum 4:3. Die Führung bestand allerdings nur wenige Minuten und wurde noch vor der ersten Drittelpause durch David Haffner vom TSV ausgeglichen.

Im zweiten Spielabschnitt blieb es weiterhin spannend. Ein schöner Schlagschusstreffer von Ole Appenrodt wurde nach nur 40 Sekunden erneut zum 5:5 egalisiert. Nun begann die starke Phase des TSV Neuwittenbek. Zuerst überstanden sie eine zweiminütige Unterzahlsituation, in der der TV Lilienthal nie genügend Druck nach vorne entwickelte, dann schlugen sie erneut innerhalb einer Minute im Doppelpack zu und führten nach 33 Minuten mit 5:7. Der erneute Zwei-Tore-Abstand war Anlass für die Trainer Dennis Heike und Tobias Melde eine 30-sekündige Auszeit zu nehmen. In dieser besprachen sie neue taktische Anweisungen und stellten auf einen sehr offensivgerichteten Block um. Die Auszeit zeigte Wirkung: Nach sieben Sekunden musste wieder ein Neuwittenbeker Spieler für zwei Minuten auf die Strafbank. Diesmal nutze man die numerische Überzahlsituation und André Heißenbüttel erzielte den 6:7-Anschlusstreffer. Zwei Minuten später markierte Ole Appenrodt durch einen abgefälschten Schuss seinen zweiten Treffer und damit den 7:7-Ausgleich. Die Zuschauer jubelten und feuerten ihre Mannschaft frenetisch an. Eine Minute vor der zweiten Drittelpause erzielten die Spielertrainer selbst in Kombination den Führungstreffer. Dennis Heikes Pass netzte Tobias Melde unhaltbar in das gegnerische Tor ein. Mit einem 8:7 ging es in die Kabine.

Durch die erste Zeitstrafe gegen den TVL wurde das letzte Drittel in Unterzahl begonnen. Eine Minute konnte die Lilienthaler Abwehr den fehlenden Mann ausgleichen, dann schlug erneut Haffner für den TSV zu und glich zum 8:8 aus. In den nächsten zehn Minuten verspielten beide Mannschaften erneut große Torchancen. Pfosten- und Lattentreffer, sowie ein verschossener Penalty vom Neuwittenbeker Sydow trieben die Spannung auf den Rängen in die Höhe. Doch wie zu Beginn war in diesen Minuten wieder der TSV die konsequentere Mannschaft und konnte durch sehenswerte Treffer eine 8:10-Führung herstellen. In der 53. Minute schoss Heike den TVL zum 9:10 heran. Noch verblieben fünf Minuten für die Aufholjagd in der Schoofmoorhalle. Nach zwei Minuten und weiteren vergebenen Chancen wurde der Torhüter Ralf Hallerstede durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Lilienthal spielte in Überzahl, jedoch stand dafür das Tor frei. Die Neuwittenbeker spielten die letzten Minuten clever. Sie machten den torgefährlichen Raum dicht und ließen nur wenige Schüsse aus der Entfernung zu. Am Ende war der dritte Zwei-Tore-Rückstand einer zu viel. Eine stark kämpfende Lilienthaler Mannschaft erzielte in einer der dramatischsten Partie in dieser Saison keinen erneuten Ausgleich und verlor damit das Spiel mit 9:10.

Doch trotz der schmerzlichen Niederlage gegen den Konkurrenten geht der Blick nach vorne! Gewinnt der TV Lilienthal die nächsten drei Spiele gegen den TB Uphusen (auswärts), Westfälischen Floorball Club (Heim) und VfR Seebergen (Heim) landet er aufgrund der besseren Tordifferenz auf dem zweiten Platz und damit in den Play-Offs.


VfR Seebergen/Rautendorf - SSF Dragons Bonn 5:9 (2-2; 1-5; 2-2)
In der packenden Begegnung rieben sich die gut 40 Zuschauer in der Anfangsphase verwundert die Augen. Der VfR beherrschte das Spiel und konnte das erste Drittel absolut ausgeglichen gestalten. Die 1:0-Führung durch Klaas Minnermann konterten die Gäste zwar mit einem Doppelschlag, aber Frederic Garre glich zum verdienten 2:2-Pausenstand aus. Im zweiten Drittel zeigten die Bonner dann, warum sie zu Recht an der Tabellenspitze stehen: Den druckvollen und jetzt auch immer präziseren Angriffsbemühungen hatten die Seeberger wenig entgegenzusetzen. Den fünf Toren der Gäste stand nur der Treffer von Tim Fuhrmann entgegen, sodass die Partie beim 3:7 praktisch schon entschieden war. Im Schlussdrittel zeigten die Gastgeber eine grandiose kämpferische Leistung. Nach dem zweiten Treffer von Klaas Minnermann und einem sehenswerten Tor von André Kimmig zum zwischenzeitlichen 5:7 keimte noch einmal Hoffnung auf, aber die Bonner agierten souverän bis zum 5:9-Endstand.